Zwei Kinder, drei Wandertage und vier Rucksäcke voller Vorfreude: Wir ziehen im Alpbachtal von Unterkunft zu Unterkunft und wagen ein Abenteuer, das für uns alle neu ist – unsere erste mehrtägige Hüttentour als Familie.
Und dabei steht eine Sache für uns von Anfang an fest: Wir wollen die Tour wirklich gemeinsam gehen. Eine Kraxe bleibt deshalb bewusst zu Hause. Stattdessen passen wir uns dem Tempo unserem kleinsten Wanderer an, planen viele Pausen ein und lassen uns genügend Zeit für alles, was am Wegesrand auf uns wartet.
Denn beim Wandern mit Kindern zählen ohnehin andere Dinge: Besondere Steine, flatternde Schmetterlinge, Blumen und Tiere sind mindestens so spannend wie das Bergpanorama selbst. Dazwischen gibt es Trink- und Snackpausen in der Natur, während unsere beiden kleinen Abenteurer stolz mit ihren eigenen Wanderstöcken Schritt für Schritt dem Ziel entgegenspazieren.
Anreise
Unsere erste Nacht im Alpbachtal
Noch trennen uns einige Autostunden von unserem ersten gemeinsamen Hüttenabenteuer, doch nach rund sechs Stunden Fahrt erreichen wir dann aber endlich unseren Ausgangspunkt, den Alpengasthof Roßmoos oberhalb von Alpbach. Kaum sind unsere Sachen im Zimmer verstaut, zieht es uns auch schon auf die wunderschöne Terrasse, um dort die letzten Sonnenstrahlen des Tages aufzusaugen.
Bei einem gemütlichen Abendessen genießen wir den Blick auf die Berge und lassen die lange Anreise langsam sacken. Während die Sonne schließlich hinter den Gipfeln verschwindet, sprechen wir über die erste Etappe und gehen den Weg gedanklich noch einmal gemeinsam durch. Dabei wandert unser Blick immer wieder hinüber zur Gratlspitze…
Ahhhhh – morgen geht es tatsächlich schon los!
3-Tages-Hüttentour mit Kindern im Alpbachtal
Etappe 1: Von Alpbach zur Holzalm
„Gemeinsam unschlagbar!“ Dieser kleine Motivationsspruch begleitet uns von nun an auf unserer Hüttentour. Nach dem Frühstück stellen wir unser Auto am Alpbacherhof ab, schnüren die Wanderschuhe und starten in unser erstes richtiges Hüttenabenteuer.
Der Weg führt uns zunächst durch Alpbach mit seinen blumengeschmückten Holzhäusern und anschließend über einen Forstweg bergauf. Kühe und Pferde grasen auf den Wiesen, Schmetterlinge flattern neben uns her und immer wieder genießen wir den Blick zurück ins Tal.
Über die Bischofer Käsalm wandern wir hinauf zur neuen Aussichtsplattform. Diese erste Etappe verlangt uns mit den meisten Höhenmetern der Tour einiges ab – da kommt die ausgiebige Jause auf der Käsalm gerade recht.
Danach wird der Weg schmaler und führt durch den Wald. Unser Wandermäuse klettern über Wurzeln, balancieren auf Baumstümpfen und entdecken besondere Blumen am Wegesrand. Manchmal braucht es eben keinen Abenteuerspielplatz, sondern nur ein Waldweg und ganz viel Natur.
Holzalm
Auf der Aussichtsplattform erreichen wir endlich den höchsten Punkt des Tages und blicken weit über das Alpbachtal bis hin ins schöne Zillertal. Von nun an geht es zum Glück bergab, bis wir nach fünf Stunden endlich unser erstes Ziel, die Holzalm, vor uns auftaucht.
Geschafft! Wir legen die Rucksäcke ab, strecken die müden Beine aus und lassen den Tag bei gutem Essen und kleinen Spielen im Garten ausklingen.
Unser Highlight – Sonnenaufgang auf der Gratlspitze
Die Nacht auf der Holzalm ist kurz. Verdammt kurz sogar. Bereits um 3:30 Uhr klingelt der Wecker, denn heute wartet ein ganz besonderes Erlebnis auf uns: der Sonnenaufgang auf der Gratlspitze. Also raus aus den Betten, rein in die Wanderschuhe und Stirnlampen auf. Wenig später stehen wir zu viert vor der Holzalm – um uns herum nichts als Dunkelheit.
Während Thommy unser jüngstes Familienmitglied trägt, meistert unser Gipfelmaus jeden Höhenmeter selbst. Im Licht der Stirnlampen steigen wir über Wurzeln und Steine immer weiter bergauf. Vor uns schlängeln sich die Lichter anderer Wanderer wie eine kleine Lichterkette durch die Nacht.
Mit jedem Schritt wird der Himmel ein wenig heller und langsam zeichnen sich die ersten Bergsilhouetten ab. Kurz vor dem Gipfel öffnet sich schließlich der Blick ins Zillertal. Tief unter uns windet sich die Ziller durch das Tal, während ringsherum ganz langsam ein neuer Tag erwacht.
Nach knapp zwei Stunden erreichen wir das Gipfelkreuz. Wir haben es geschafft – und das zu viert! Hinter dem Wilden Kaiser erscheint die Sonne und taucht die Bergwelt in ein warmes Licht. Wir sitzen einfach da, genießen das 360-Grad-Panorama und sind mächtig stolz auf uns und unsere kleinen Bergsteiger.
Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch und mit einer vollen Speicherkarte treten wir schließlich den Abstieg an. Unser jüngster Wanderer läuft nun größtenteils selbst und etwa eineinhalb Stunden später erreichen wir wieder die Holzalm. Und jetzt? Frühstück! Das haben wir uns wirklich verdient.
Etappe 2: Von der Holzalm zum Pinzgerhof
Was für ein Morgen! Noch bevor unsere zweite Etappe beginnt, haben wir mit der Gratlspitze bereits eine ordentliche Wanderung in den Beinen. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Holzalm packen wir trotzdem wieder unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg zum Pinzgerhof.
Zum Glück führt die gut ausgebaute Strecke heute größtenteils bergab. Langweilig wird es trotzdem nicht, denn wir haben eine Mission: Wir suchen Bergblau! Rund um die Gratlspitze wurde früher Kupfer abgebaut. Noch heute lassen sich entlang des Weges grün-türkis schimmernde Steine finden. Kaum entdecken wir den ersten kleinen Schatz, bricht bei unseren Minis direkt das Sammelfieber aus. Immer wieder gehen wir in die Hocke, vergleichen Farben und bestaunen unsere Funde. So wird aus der Wanderung eine Schatzsuche – und die Kilometer sammeln sich fast von allein.
Pinzgerhof
Mit jedem Fund wandert ein weiterer kleiner Schatz in unsere Rucksäcke. Doch auch die Aussicht auf die Berge des Zillertals lässt uns immer wieder stehen bleiben. Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir den Pinzgerhof. Jetzt heißt es erst einmal: Rucksäcke ab und Füße hoch!
Bei unseren Kids ist von Müdigkeit allerdings kaum etwas zu spüren. Sie entdecken sofort das Klettergerüst, während wir es uns gemütlich machen. Später genießen wir den Abend gemeinsam beim Grillen auf der Terrasse – mit Blick ins Alpbachtal und einem Aperol in der Hand. Besser geht es wohl kaum!
Etappe 3: Zurück nach Alpbach
Heute lassen wir es ruhiger angehen. Kein früher Wecker, keine Stirnlampen und kein Gipfel, der auf uns wartet. Stattdessen genießen wir unser Frühstück auf der Terrasse, während die Kinder noch einmal schaukeln und klettern.
Dann beginnt die mittlerweile vertraute Routine: Rucksäcke packen, Wanderschuhe an und Trinkflaschen auffüllen. Ein letztes Foto mit Bergblick – und schon starten wir in unsere dritte und letzte Etappe.
Der Alpbachtaler Höhenweg führt uns über Weiden und durch den Wald zurück nach Alpbach. Heute merken wir allerdings, dass die vergangenen Tage ihre Spuren hinterlassen haben. Die kleinen Beine werden schwerer, die Pausen häufiger. Also nehmen wir das Tempo heraus, erzählen Geschichten und motivieren uns mit unserem bewährten Motto: Gemeinsam unschlagbar!
Nach etwa drei Stunden taucht Alpbach vor uns auf. Zum Abschluss noch eine Runde durch das „schönste Blumendorf Österreichs“ und dann erreichen wir schließlich den Alpbacherhof – genau den Ort, an dem unsere Wanderung begonnen hat.
Alpbacherhof
Ab jetzt wartet das Kontrastprogramm: Raus aus den Wanderklamotten und rein in die Badesachen! Während die Kinder im Schwimmbad toben, entspannen wir abwechselnd in der Sauna und spüren langsam den ersten Muskelkater. Beim Abendessen lassen wir die letzten Tage noch einmal Revue passieren und sind uns schnell einig: Das war sicherlich nicht unsere letzte Hüttenwanderung als Familie!
Hüttenwandern mit Kindern – unsere 5 Tipps
1. Passt euch dem Tempo der Kinder an
Mit Kindern dauert eine Etappe meist länger als angegeben. Wir orientieren uns deshalb an dem Tempo der Minis, planen genügend Zeit ein und nehmen den Druck heraus.
2. Plant ausreichend Pausen ein
Ob Jause mit Aussicht oder Trinkpause im Wald: Regelmäßige Stopps geben kleinen Wanderern neue Kraft – und uns Zeit, die Umgebung zu genießen.
3. Macht den Weg zum Abenteuer
Schmetterlinge beobachten, über Wurzeln klettern oder besondere Steine suchen. Oft sind es die kleinen Entdeckungen, die Kinder am meisten begeistern und die Kilometer vergessen lassen.
4. Nutzt kleine Motivationshelfer
Eigene Wanderstöcke und unser Motto „Gemeinsam unschlagbar!“ haben besonders dann Wunder gewirkt, wenn die Beine langsam schwer wurden.
5. Traut euren Kindern etwas zu
Wir verzichten bewusst auf eine Kraxe und passen stattdessen Tempo und Pausen an unseren Kindern an. Das funktioniert für uns wunderbar – und am Ende sind wir super stolz darauf, was unsere beiden kleinen Wanderer geleistet haben.
Gut zu wissen:
19 Kilometer, 1.200 Höhenmeter und unzählige unvergessliche Familienmomente später! Die genaue Route, aktuelle Toureninformationen und GPX-Daten findet ihr beim Tourismusverband Alpbachtal.
Fazit
Von Hütte zu Hütte: Familienwandern im Alpbachtal
Drei Tage. Zwei Kinder. Und ganz viele gemeinsame Schritte später. Nach unserer ersten Hüttentour überwiegt vor allem eines: Stolz. Auf unsere tapferen Wanderer, auf jeden gemeisterten Höhenmeter und auf all die kleinen Pausen für Schmetterlinge, Blumen und die vielen besonderen Steine, die wir mit nach Hause genommen haben. Denn diese Tour hat uns mal wieder gezeigt – beim Wandern mit Kindern zählt nicht, wie schnell man ankommt. Es geht darum, was gemeinsam möglich ist, wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, aufeinander achten und unseren Kindern etwas zutrauen.
{Werbung} Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit Tirol Werbung und dem Tourismusverband Alpbachtal entstanden.
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