Private Einblicke

Selbstständige Mama: Wie ich Job und Familie verbinde

Als Mama habe ich mich nie gesehen. Während die meisten Frauen schon im jungem Mädchenalter vom ihrem Traummann, ihrem Traumpalast aus Stein und einem Stall voll Kinder träumen, war das bei mir noch nie der Fall. Dass ich trotz allem jetzt Mutter einer wundervollen Tochter bin und darüber hinaus meinen persönlichen Traumprinzen gefunden habe, ist mein größtes Glück.

Bereits während meiner Schwangerschaft war mir bewusst, dass ich also keineswegs in die Kategorie „Super-Mama“ oder „Helikopter-Mama“ fallen werde. Mich findet man eher in der Abteilung „Unperfekte Mama, die ihr Kind dennoch über alles auf der Welt liebt“ und das ist auch absolut ok für mich. 

Entspannt sein ist das A und O

Dass ich mich als Mama nicht so verrückt mache, liegt vor allem daran, dass ich generell ein Gegner von „Dingen, die man machen sollte, weil man die eben so macht“ bin. Auch das hat man schon offensichtlich in meiner Schwangerschaft gemerkt. Somit war ich weder bei einem Geburtsvorbereitungskurs noch bei einer Kreissaal-Besichtigung.

Meiner Meinung nach, kann dich kein Ratgeber dieser Welt und auch kein lieb gemeinter Tipp von einem Bekannten auf eine Geburt, auf die Zeit danach oder auf ein Kind vorbereiten. Jede Geburt, jedes Kind und auch jede Ausgangssituation ist einfach eine andere. Aber das nur am Rande erwähnt.

Für Manche bin ich wahrscheinlich jetzt auch als Mama viel zu entspannt. Mein Kind schläft, kackt und hat Hunger wann und wo es will. Bei uns gibt es keine festen Zeiten, keine Routine – nichts der gleichen. Gebadet wird, wenn Zeit dafür ist und gegessen, wenn Rosie Hunger hat. Ganz einfach. Unsere kleine Maus macht es uns also schon im Babyalter nach und ist ein Aussteiger des gewohnten Systems. 

Learning by doing

Die Anfangszeit als frischgebackene Eltern kann man gut mit einer Kamera vergleichen. Du bekommst eine Kamera, hast aber keinen blassen Schimmer von den vielen Einstellungen. Aus allen Ecken versuchen dir diverse Leute alle möglichen Funktionen zu erklären. Schlussendlich lernst du aber erst richtig zu fotografieren, wenn du dich alleine mit der Kamera auseinander setzt und Dinge ausprobierst. Learning by doing eben.

Bei Rosie machen wir es ähnlich. Wir hören auf unser Bauchgefühl. Und irgendwas scheinen wir richtig zu machen. Denn unser Kind ist nicht nur unglaublich süß geraten, sondern dazu noch super lieb, glücklich und ständig am Lachen. *Klopf auf Holz*

Traumjob: Selbstständige Mama

Wo ich dann beim eigentlichen Grund für diesen Artikel wäre. Denn neben dem Krabbeln, Spielen, Stillen und Windeln wechseln, bin ich auch noch selbstständig. Selbstständige Mama. Und bevor ich weiter auf dieses Thema eingehe, muss ich vorab eine Sache gestehen: Ohne mein Vorzeigebaby wäre das definitiv nicht möglich!

Mama sein ist und bleibt ein Vollzeitjob. Für die einen mehr, für die anderen weniger – kommt selbstverständlich immer auf das Kind und auf seine eigene Einstellung an. Aber egal ob Schrei- oder Vorzeigebaby, eine Mama wird den kompletten Tag in irgendeiner Weise gebraucht. Das ist Fakt!

Meine Superkräfte als selbstständige Mama

Mein normaler Arbeitsalltag sieht also wie folgt aus. Ich stehe auf, checke meine E-Mails, mache mir eine To-Do-List und arbeite diese Stück für Stück ab. Da können ganz unterschiedliche Dinge drauf stehen. Von Gestaltungsaufgaben bis hin zur Text-und Bildbearbeitungen, da ich nicht nur als Grafikdesignerin, sondern auch zusammen mit Thommy als Our Travelness in der Content-Erstellung tätig bin. Es müssen Deadlines eingehalten und Skype-Termine wahrgenommen werden. Dazu kommen alltägliche Aufgaben, wie zum Beispiel der Haushalt, denn dieser macht sich schließlich nicht von allein. 

Und weil das noch nicht genug ist, will man ja auch noch gut aussehen. Somit quäle ich mich ab und an zum Workout. Ach und dann gibt es da ja noch einen Instagram-Account und Blog, welche mit Leben gefüllt werden möchten. Und zwischen all diesen Dinge bin ich dann noch Mama – in Vollzeitanstellung. Und diesen Job nehme ich genauso ernst wie alle oben genannten Aufgaben. Es wird gekuschelt, geknutscht und geschmust was das Zeug hält. Stillen, Brei füttern, Windeln wechseln und gefühlte 100 mal am Tag Spielsachen vom Boden aufheben stehen jeden Tag auf der Hausordnung.

Ich will mich auf keinen Fall beschweren

Als Stress möchte ich das Ganze nicht bezeichnen, denn tagtäglich mache ich genau das, was mich absolut glücklich macht. Rosie bringt mich schon direkt morgens mit ihrer guten Laune zum Strahlen und auch meine Selbstständigkeit ist genau diese Art von Arbeit, die mir Spaß macht und mich erfüllt. Dadurch kann ich nicht nur ortsunabhängig arbeiten und rund um die Uhr für mein Kind da sein, sondern auch meine Leidenschaft zum Design und zum Reisen weiterhin voll und ganz ausleben. Außerdem unterstützt mich Thommy wo er nur kann. Aber…. Auch wenn ich das alles so sehr liebe, bringt es mich doch an meine Grenzen und nagt an meinen persönlichen Reserven. 

Gerade durch das Stillen fühle ich mich permanent ausgelaugt. Ohne Energie. Aber Ausruhen ist nunmal nicht als selbstständige Mama. Gerade zur Beginn des Jahres hatte ich das Gefühl, dass ich all das nicht mehr schaffe, was ich mir Tag für Tag auf meine To-Do-List donnere. Selbstständige Mama zu sein und dazu meinen persönlichen Erwartungen gerecht zu werden, die ich mir selbst noch aufbrumme, machen mich auf lange Sicht echt fertig. Darf man als selbstständige Mama überhaupt ein Burnout haben?

Was wäre wenn…

Ja, es gibt auch sehr oft diese Tage, da würde ich einfach mal meinen Laptop zugeklappt lassen und wäre gerne eine ganz normale Mama. Ohne irgendwelche Fristen oder Dinge, die erledigt werden müssen. Dann würde ich coole Sachen für das Kinderzimmer bauen oder Kleider für Rosie nähen. Oder würde mich mit anderen Mamis treffen und den neusten Gossip aus dem Kindergarten austauschen. 

Aber dann wieder denke ich mir: „Würde mir das überhaupt auf Dauer Spaß machen?“ Während andere Mütter sich voll und ganz auf das Thema Mami-Sein einlassen und ihr komplettes Leben dafür umkrempeln, bin ich durch all die Arbeit, die ich neben meinem Mama-Vollzeitjob erledige, immer noch die Anni, die ich vorher war. Und ich muss ehrlich zugeben: Das ist mir wichtiger wie jedes Krabbelgruppen-Treffen auf dieser Welt.

Fazit: Halbes Jahr als selbstständige Mama

Selbstständige Mama zu sein ist definitiv nichts für schwache Nerven und wie oben erwähnt, lässt sich nicht alles vereinheitlichen oder übertragen. Wenn es bei mir funktioniert, heißt es noch lange nicht, dass es bei dir auch funktionieren muss. Für mich habe ich diesen Weg gewählt, habe aber jetzt nach 6 Monaten gemerkt, dass ich einen Gang zurück schrauben muss. Denn zwischen dem Druck eine gute Mutter und eine ebenso erfolgreiche Selbstständige zu sein, habe ich vergessen auf mich selbst zu achten. (Autor: Anni)


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Ein Gedanke zu „Selbstständige Mama: Wie ich Job und Familie verbinde“

  1. Johanna sagt:

    Sehr schöner und ehrlicher Blogbeitrag. Ich habe auch vor entspannt an alles ranzugehen und viel auf mein Bauchgefühl zu achten. “Learning by doing” wird auch mein Motto werden.

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