La Paz, der Ameisenhaufen aus Ziegelsteinen

Dies beschreibt eigentlich ganz genau das Aussehen der Stadt. La Paz liegt in einer Kuhle, die ringsum von Bergen umgeben ist. Durch diese Konstellation verschwinden auch erst gegen Mittag die letzten Nebelschwaden und das ganze Ausmaß von der höchstgelegenen Großstadt der Welt wird dir erst dann richtig offenbart. Blickst du von den verschiedenen Hängen und Hügeln auf die Stadt hinunter siehst du nur Häuser aus Ziegelsteinen, in der sich inmitten die Autos und Menschen ihren Weg bahnen — eben wie Ameisen.

Dieser erste Blick hat auch uns gleich geflasht

Einen solchen Haufen an Häusern, die sich die vielen Hügel hochranken, hatten wir so noch nie zuvor gesehen. Selbst die Favelas von Rio stellt La Paz in den Schatten. Wenn dann noch mit dem Untergang der Sonne die Lichter der Stadt angehen, scheint es so weit das Auge reicht kein Ende von La Paz zu geben.

Wie auch in den anderen Städten in dieser Höhe fällt einem das Atmen recht schwer. Sieht man dann noch die vielen Treppen, die die Hügel hinaufführen, fragt man sich eigentlich nur — wie zur Hölle schaffen das die Bewohner Tag für Tag? Die Stadt hat da ihre eigene Lösung parat. Durch diese hügelige Landschaft ist der Bau einer U-Bahn unmöglich. Daher kam man auf die Idee mittels Skilifte die Hügel mit der Stadt zu verbinden — ja richtig gehört Skilifte.

4 von 5 solcher Lifte sind bereits in Betrieb und verbinden das ehemalige Viertel nun eigenständiges El Alto, den Flughafen und die Neustadt mit der Innenstadt von La Paz. Eine Seilbahn als einfaches Fortbewegungsmittel einer Stadt ist einmalig und garantiert dir zudem auch eine sehr gute Sicht über La Paz.

So sehr uns auch La Paz begeistert, viele schöne Motive von alten Häusern sind da eher rah gesäht. Es fehlt einfach das Geld um sich die aufwendigen Restaurationen der historischen Gebäuden leisten zu können… Das sieht man den Häusern mittlerweile leider an. Das Augenmerk der Stadt liegt hier mehr in dem bunten Treiben. Die Amayra-Frauen, die täglich hinter ihrem Straßenläden sitzen, die kleinen Fressbuden entlang den Straßen, das Verkehrschaos in den Straßen und und und. Letzteres scheint in La Paz seine eigenen Regeln zu haben. So kann es schon zur Tagesaufgabe werden bei der morgendlichen Rushhour die Hauptstraße zu überqueren. Das Gehupe der vielen Autos gehört zu der Stadt wie die Pommes zum Burger.

Apropos Essen

Bolivien ist mit das günstigste Reiseland in Südamerika. Du bekommst am Markt schon ein Drei-Gänge-Mittagessen für rund 10 Bolivanos (1,30 €). Selbst das Essen in einem guten Restaurant ist recht günstig. Daher lohnt sich eigentlich das Selberkochen nicht wirklich.

Die To-Dos

  • El Alto
    Mache einen Ausflug in die mittlerweile größere Stadt El Alto. Der Markt dort zählt zu den größten der Welt. Hier findest du so ziemlich alles von Trödel- und Flohmarkt bis hin zu Ersatzteilen von Autos und jede Menge Klamotten. Wer auf Wühlhaufen steht, der ist dort genau richtig. Manchmal findet man sogar seine verlorene oder geklaute Sachen wieder…
  • Death Road
    Die bis 2006 noch gefährlichste Straße der Welt hat ihren Reiz als Survier. Zwar ist die Abfahrt nicht mehr ganz so spektakulär wie einst, da der Verkehr nun auf der Umgehungsstraße rollt, das Feeling bleibt dagegen noch erhalten. Hier gilt bergab nämlich der Linksverkehr und so fährst du direkt am Abhang entlang.

  • Valle de la Luna
    Auch La Paz hat sein eigenes Mondtal. Dieses ist sehr trocken und überall sind Felsen zu sehen. Bei einem Besuch des Tals die Sonnencreme bitte nicht vergessen, denn der Schein trügt hier. Willst du eine Tour auf eigene Faust machen, dann nehme dir ein Taxi. Ansonsten buche dir eine Tour in einer Agentur.
  • Chacaltaya
    Bei dieser geführten Tour ist das Ziel eine ehmalige Skihütte auf einer Höhe von 5.220 Metern und einem Aussichtspunkt auf knapp 5.500 Metern. Einst lag hier noch das höchste Skigebiet der Welt, aber mittlerweile ist der komplette Gletscher schneefrei. Eine alte stillgelegte Seilbahn erinnert noch daran.

  • Huayna Potosí
    Die vielen Agenturen in La Paz bieten dir auch die Besteigung des rund 6.000 Metern hohen Huayna Potosí an. Wenn du spontan Lust auf dieses Abenteuer hast, kannst du selbst ohne Vorkenntnisse diesen Berg erklimmen. Ausrüstung und eine Guide hat die Agentur parat.
  • Muela del Diablo
    Von diesem knapp 4.000 Meter hohen Berg hast du auch eine schönes Panorama über die Stadt und du brauchst für die Besteigung nicht mal einen Guide.
    // Anreise: Nimm einen Minibus richtig San Miguel und steige an der Calle 8 aus. Oder nimm erst die gelbe und dann die grüne Bahn bis zur Endstation. Gehe dann auch zur Calle 8. Hier entscheide dich, ob du ein weiteren Minibus bis zum Fuße des Berges nimmst und dann ca. 2-3 Stunden den Berg erklimmst, oder steige in ein Taxi ein und lasse dich den Berg hinauf bringen – jedoch auch hier musst du die letzten 15 Minuten zu Fus auf die Spitze gehen.

Die Aussichtspunkte

  1. Neben dem Seilbahn-Terminal in El Alto hast du einen schönen Panoramablick über die Stadt. Gehe zu der darunterliegende Straße, von dort siehst du die Stadt noch besser.
  2. Den Mirador Killi Killi solltest du auch unbedingt aufsuchen. Hier hast du einen 360-Grad-Blick über die ganze Stadt. Zu Fuß kannst du diesen Hügel über den Plaza Murillo aus erreichen.
  3. In den Seilbahnen hast du womöglich die beste Sicht auf die Stadt. Die rote Bahn führt nach El Alto, jedoch solltest du zudem auch unbedingt die grüne Bahn Richtung Neustadt einmal fahren.

 

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