Die zwei Seiten einer Medaille

Wir reisen einmal um die Welt, versuchen die Menschen und deren Kulturen besser kennenzulernen und erleben dabei Tag für Tag die beeindruckensten Dinge. Bei diesem Versuch einen umfassenderen Eindruck von unserer Muttererde zu bekommen, haben wir natürlich nicht nur besonders schöne Dinge erlebt und gesehen, sondern auch wirklich schlimme, traurige. Doch genau das ist unser Plan: Wir wollen nicht nur die bekannten Touriorte abklappern, vielmehr wollen wir ein Teil von dem echten Leben sein! Deshalb beschreiben wir auf unserem Blog nicht nur die tollen Seiten einer Weltreise, nein, wir lassen dich gleichermaßen an den Schattenseiten teilnehmen. Denn genau wie Daheim, gibt es auch im Reisealltag genug Probleme, die es zu meistern gilt.

Armut, Müll und schöne Aussichten

Plastik. Glasflaschen. Müll. Verwilderte Hunde. Bettelnde Menschen, die Mülleimer nach Essen durchsuchen. Obdachlose Menschen. Menschen ohne jegliche Perspektive im Leben. Und Kinder, die zum Souvenier-Verkauf auf die Straße geschickt werden und dabei verhandeln wie Erwachsene. Armut ist ein sehr prägnantes Thema und ist uns schon auf die unterschiedlichsten Arten während unserer Reise begegnet. Aktuell auch wieder auf Lombok.

Lombok, als der „Geheimtipp“ im Netz bekannt, vergleichbar mit der benachtbarten Insel Bali — nur weniger touristisch. Hört sich doch super an, dachten wir. Doch was wir in Bali zu lieben gelernt haben, davon fehlt in Lombok jede Spur. Kaputte mit Schlaglöchern übersähte Straßen. Muffige Gassen. Müllberge direkt neben der Strandpromenade. Dennoch. Wenn man über diese ganzen Dinge hinweg sieht, ist die Landschaft Lomboks wirklich eine Augenweite. Zumindest das was wir sehen konnten. Zu unserem Glück war unser kompletter Aufenthalt gesegnet von Regenschauern. Das auch noch.

Ja, wir hatten wirklich Pech mit dieser Insel

Wie es sich herausstellte, sollte es einfach nicht unsere Lieblingsinsel werden. Die ersten Probleme gab es schon bei der Überfahrt, denn unseren gemieteten Bali-Roller konnten wir, wegen fehlender Fahrzeugpapiere, nicht wie geplant mit auf die andere Insel verschiffen. Die versprochene Rollervermietung am anderen Hafen gab es natürlich nicht und schlussendlich saßen wir dann doch mit zwei Spaniern zusammen in einem überteuertem Taxi zur nächstgelegenen Stadt Kuta. Das kurz zur Hintergrundgeschichte.

Ein Ersatzroller musste also her. In größeren Städten kann man sich fast überall ein Roller mieten. Den besten Preis bekommt man meistens in der Unterkunft, in der man wohnt. So haben wir es auf Bali gemacht und jetzt im Übrigen auf Lombok. Anders wie auf Bali haben wir in Lombok ein etwas älteres Modell zur Verfügung gestellt bekommen. War uns im ersten Moment egal, wollten ja nur zwei Tage Kuta erkunden und dann weiter in den Norden ziehen. Nach den äußerlichen Untersuchungen sah alles fahrtüchtig aus. Ach, wird schon nichts passieren.

Von wegen

Auf dem Weg zum Strand brach unser fahrbarer Untersatz einfach in zwei. Ja, richtig gelesen — die Achse des Rollers brach während der Fahrt einfach in der Mitte durch. Sowas haben wir wirklich noch nie erlebt. Wir können von Glück reden, dass uns dabei nichts passiert ist! Weiterfahren konnten wir damit jedenfalls nicht mehr. Zurück in der Unterkunft gab es dann aber ein ganz anderes Problem. Wer soll für diesen Schaden aufkommen? Wir waren uns sicher, Schuld sind wir an diesem Bruch nicht. Generell sah es so aus, als wäre dieses Teil schon mehrere Male gebrochen. Das komplette Innenleben, was man im Nachhinein erst sah, war heruntergekommen, zusammengeklebt und verrostet. Sowas wäre in Deutschland überhaupt nicht zulässig.

Jeder will vom Kuchenstück etwas abhaben

Was anfangs mit einer normalen Diskussion „Ihr müsst uns bei der Reparatur unterstützen. Wir können diese Kosten nicht alleine tragen…“ begann, wendete sich schnell. Es war mittlerweile schon dunkel, die Unterkunft hatte kaum Außenbeleuchtung. Zuerst waren wir nur zu viert, doch mit der Zeit kamen immer mehr Leute dazu. Anscheinend alle von einer Familie. Zwischendurch wurde sich ständig auf Indonesisch ausgetauscht. 200 Dollar sollten wir für die Reparatur eines Rollers blechen, der noch nicht mal annähernd soviel wert war. Nach zwei Stunden hatten wir den Preis zumindestens auf 80 Dollar runtergehandelt, was uns eigentlich immer noch zu viel war. Die Lage wurde immer hitziger. Es fallen Andeutungen auf eine Schlägerei, gedroht wurde uns mit der Polizei. Auch wenn wir im Recht waren, hatten wir als Ausländer keine Chance. Und im schlimmsten Fall wäre aus so einer Lappalie ein Gefängnisaufenthalt oder schlimmes geworden. Wie sagt man so schön, andere Länder andere Sitten.

Wir waren machtlos

Schlussendlich haben wir die 80 Dollar schweren Herzens bezahlt und haben schnellstmöglich die Insel Lombok verlassen. Nun sind wir auf der Gili T., umzingelt von aber tausenden Touristen. Was wir sonst als eine Art Last empfinden, fühlt sich jetzt gerade ziemlich gut an. Und vorallem sicher. Das Geld haben wir übrigens bei unserer täglichen Kalkulation unter der Rubrik „Spende“ abgerechnet. Spende für eine Familie, die keine andere Möglichkeit hat, als ein hilfloses Paar zu bedrohen, um an zusätzliches Geld zu kommen. Und das fühlt sich zwar falsch, aber doch wenigstens ein bisschen gut an.

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4 Replies to “Die zwei Seiten einer Medaille”

  1. Oh jee, ihr Armen 🙁 hört sich schrecklich an…auf das ihr jetzt eine tolle und wunderbare Zeit auf Gili T. habt 🙂

    Sonnenuntergang und Nachtmarkt sind sehr zu empfehlen. Auf unserem Blog haben wir auch einen Artikel darüber geschrieben 😉

    Viel Spaß
    Hannah von http://www.globuspokus.de

    1. Wir freuen uns sehr über eure Nachricht 🙂 Ja, vielleicht sind wir einfach an die falschen Personen geraten… Aber die Gilis haben unsere Stimmung wieder erheitert!

      Der Nachtmarkt und der Sonnenuntergang (aber auch der Sonnenaufgang) ist dort der absolute Hammer, da habt ihr Recht! Leider mussten wir schon wieder weiterziehen…

      Ganz liebe Grüße an euch

  2. Oh nein, das klingt ja echt schlimm. Da war bei euch einfach der Wurm drin. Wir kennen solche Situationen, mit Lombok hatten wir scheinbar Glück und eine echt tolle Zeit dort! Wie ärgerlich für euch. Daher eine umso bessere Zeit auf Gili!

    1. Hallo Steffi 🙂
      Danke für deinen Kommentar! Du sagst es — momentan ist bei uns wirklich der Wurm drinnen… Wir haben schon von vielen gehört, dass sie Lombok richtig schön fanden. Vielleicht ergibt sich ja wann anders nochmal die Möglichkeit 😉 Ja, die hatten wir wirklich 🙂

      Liebe Grüße

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